Der chronische Tennisarm

Von chronischen Beschwerden spricht man, wenn der Reizzustand bereits über Monate oder Jahre andauert, aber soweit abgeklungen ist, dass der Arm wieder belastet werden kann. Bei chronischen Leiden sind Ruhigstellung oder Spritzen oftmals ergebnislos. Die Wärme-Aktiv-Kältestreching-Therapie ist hier besonders erfolgreich; die optimale Kombination von Wärme, Aufbautraining und Kältestretching schaffen bei korrekter Anwendung die Grundlage für die Genesung. Wärme und Training fördern die Durchblutung und stabilisieren den Arm, das Kältestretching hemmt die Entzündung und lockert die Muskulatur.

Beim chronischen Tennisarm sind folgende Schritte zu beachten:

1. Wärme-Therapie
Bei chronischen Entzündungen ist Wärme besonders wichtig. Während der Belastung, aber auch tagsüber und nachts den Arm warm halten. Vor intensiven Belastungen, z. B. vor dem Tennisspielen, sollte die Muskulatur mit speziellen Übungen aufgewärmt werden (siehe Armübungen). Zusätzlich kann man auch eine durchblutungsfördernde Salbe einmassieren.

2. Aktiv-Therapie
Die Arm- und Schultermuskulatur täglich trainieren (siehe Armübungen). Bei chronischen Entzündungen kann der Arm auch durch Tennisspielen trainiert werden, die Voraussetzung ist hierbei allerdings ein gezieltes Aufwärmen und eine gute Schlagtechnik. Durch tägliches dosiertes Training, am besten einmal, maximal zweimal pro Tag, in Verbindung mit anschließendem Stretching und Kühlen heilen chronische Entzündungen schneller ab als bei der konventionellen Ruhigstellung. Achtung: Eine Belastung ohne nachfolgendes Kühlen verstärkt die Entzündung!

3. Kältestretching-Therapie
Sofort nach Belastung müssen die Muskeln und Sehnen gedehnt und gekühlt werden, da der gereizte Muskel die Tendenz hat, sich zu verkürzen oder sogar zu verkrampfen und die Sehne ständig überlastet.

So wird gekühlt:
Zuerst unter der warmen Dusche etwa 20 Sekunden vordehnen, anschließend unter der kalten Dusche oder unter Einreibung mit Eiswürfeln zirka zwei Minuten nachdehnen. Durch das Kältestretching bleibt der Muskel lang und die Entzündung klingt ab.

So wird während des Kühlens gedehnt:
Bei Beschwerden am Ellenbogen außen die Finger zu einer Faust schließen, den Arm strecken und soweit einwärts drehen, dass der Daumen unten liegt. Bei Schmerzen am Ellenbogen innen Arm und Finger strecken und soweit auswärts drehen, dass die Handfläche oben liegt. Nach dem Kühlen den Arm mit Kleidung warm halten (z. B. Angorastrumpf).

4. Entkrampfung der Muskulatur
Die Entkrampfung der Muskulatur am Arm und vor allem im Schulter- sowie Halswirbelsäulen-Bereich mit Massagen begünstigt den Heilungsprozess oft sehr stark.

5. Gesunde Ernährung
Abwechslungsreiche Kost (mit wenig Zucker, Salz, Fett) und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen stärkt die inneren Heilkräfte.

6. Tennisarm-Bandage
Bei stärkeren Belastungen ist der Arm durch eine spezielle Tennisarm-Bandage zu entlasten. Empfehlenswert ist die Bandage „Epico-med“, da ihr Druck über einen Klettverschluss gut variiert werden kann und dadurch Durchblutungsstörungen vollkommen vermieden werden.

7. Weitere Tipps
Andere Behandlungsmöglichkeiten, die den Heilungsprozess positiv beeinflussen, bestehen aus fachgerechten Massagen direkt am Schmerzpunkt, Akupunktur, Reflexzonentherapie, Strom-, Laser-, Röntgen-Stoßwellen und einer Reiztherapie. Als letzte Lösung, wenn alle Therapien ausgeschöpft sind, bleibt eine Operation.

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